fast alle glŠnzenden FlŠchen derart bearbeitet, dass die Wieder- gabe der Umwelt auf ein Minimum reduziert wird, bzw. diese gŠnzlich aus dem Bildmaterial eliminiert wurde. Selbst bei Au§enaufnahmen sehen die AutomobilflŠchen so aus, als wŠren sie in einem Fotostudio aufgenommen worden. Es lŠsst sich vermuten, dass hierbei das beworbene Produkt im Vordergrund stehen und dieses durch die Umwelt  keine Ablenkung erfahren soll. Dass ausgerechnet die Automobilindustrie in ihrer Werbung die Umwelt ausblendet, wirft Fragen auf. Inwiefern ist es von der Automobilindustrie absichtlich gewollt, dass der Umweltfaktor im Zusammenhang mit Fahrzeugen ausgeblendet wird? Was nicht da ist (weil ausgeblendet), kann auch nicht beschŠdigt werden, oder?

Genau diese unterdrŸckte Spiegelung der Umwelt gibt uns die KŸnstlerin hier zurŸck. Indem sie - im Ÿbertragenen Sinne - die  Reflexe aus den Fahrzeugen extrahiert und in Spiegelfolie  ŸbertrŠgt. In den AusstellungsrŠumen sehen Sie Spiegel- folienstŸcke an den WŠnden und am Schaufenster. Diese Folien entsprechen den Formen von Reflexionen, die beispielsweise auf verchromten Sto§stangen oder Scheinwerfern zu finden sind. Sie kšnnen sich darin verzerrt gespiegelt sehen. Auch die Stra§e mit ihren vorbeifahrenden Fahrzeugen, den Fu§gŠngern und gegenŸberliegenden GebŠuden wird in der Schaufensterfolie reflektiert. Das Fehlende, das Ausgeblendete, scheint hier in die Gesamtheit wieder integriert. Und so wird auch die Ambition der KŸnstlerin klar, wenn wir auf das Wort CROMOLOGIE zurŸckkommen. CROMOLOGIE ist eine interdisziplinŠre

Wissenschaft. Sie schlie§t die Bereiche Kosmologie, also die Wissenschaft, die sich mit dem Universum als Ganzem beschŠftigt und das spiegelnde Metall Chrom ein. Da das che- mische Zeichen fŸr Chrom "Cr" ist, wird Cromologie ohne "h" geschrieben. Im Chrom vereint ist nicht mehr nur der Innenraum eines GebŠudes, sondern die Welt als Ganzes zu finden. Menschen, Tiere, Pflanzen, Himmel und Erde, -also quasi die gesamte Umwelt-, die die verchromten Metallfelgen, verchromten Scheinwerfer oder verchromten Sto§stangen umgeben, finden sich in diesen Scheinwelten verzerrt wieder. UnabhŠngig davon, ob sich der Betrachter im urbanen oder lŠndlichen Raum befindet - seiner  Zugehšrigkeit zum Ganzen als Teil des Kosmos kann er sich auch in verfremdeter Form nicht entziehen.

Ich muss gestehen, Cromologie ist ein von der KŸnstlerin erfundenes Wort, hinter dem sich scheinbar  eine Wissenschaft verbirgt. Ich hoffe, Sie verzeihen mir diese kleine IrrefŸhrung, denn das PhŠnomen des Scheins ist, wie eingangs erwŠhnt, vielschichtig. Viel Spa§ mit H…PPNER's Cromologie.








© Erica Lotockyj                                   erica.lotockyj@email.de


back
home